Aktuelles Thema

 

Nein zu Steuererhöhungen !

Stellungnahme der CDU-Fraktion zum Nachtragshaushalt

Die Mitglieder der CDU Fraktion haben sich in den letzten Fraktionssitzungen und Gesprächsrunden außerhalb der Fraktion sehr intensiv mit der Thematik Gewerbe- u. Grundsteuererhöhung, sowie der Vereinsbeteiligung beschäftigt.

Mit dem Thema beschäftigt bedeutet, die Auswirkungen zuallererst auf den gemeindeeigenen Haushalt hin betrachtet, aber auch hinsichtlich all derer betrachtet, die nunmehr für die Ausfälle herangezogen werden sollen.

Uns ist allen bewusst, dass wir als gewählte Parlamentarier in erster Linie die Interessen der Gemeinde zu vertreten haben. Die Bedürfnisse und Sorgen der Einwohner müssen in diese Überlegungen aber jederzeit einfließen. Politik nur für das Wahlvolk oder eigene Interessen stehen außen vor. Es ist nun aber mal so, dass auch unpopuläre Entscheidungen, und das sind zumeist Gebühren- und Abgabenerhöhungen, vom Rat verabschiedet werden müssen. Dass wir dies in der Vergangenheit auch mitgetragen haben ist bekannt.

Bei der nun anstehenden Entscheidung über eine Erhöhung des Hebesatzes für die Gewerbe- u. Grundsteuer werden wir uns gegen jegliche Erhöhung aussprechen. Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht, gab und gibt es doch viel abzuwägen.

Begründung:

1. Nur die Erhöhung des Hebesatzes für die Gewerbesteuer kann nicht das Maß aller Dinge sein. Die verbleibende Zeit im Kalenderjahr 2010 sollte dazu genutzt werden alle Gebührenhaushalte und Kostenstellen auf mögliche Alternativen hin zu untersuchen um dann ein Gesamtpaket für die Zukunft zu schnüren. Eine Erhöhung in welcher Höhe auch immer, würde keine vollständige Entlastung bringen.

2. Betreffend die Gewerbetreibenden in Erndtebrück muss die Intensivierung der Wirtschaftsförderung im Vordergrund stehen. Das erreichen wir auch durch ein Beibehalten des jetzigen Hebesatzes. Dadurch ziehen wir vielleicht den einen oder anderen Gewerbebetrieb in die Gemeinde bzw. in das Industriegebiet nach Schameder (Zweckverband). Stichwort „Wettbewerbsvorteil“! Eine Erhöhung der Steuer ohne erkennbare Aufwertung des Industriestandortes ist das falsche Signal.

Eine neue verkehrliche Infrastruktur und sowie bessere Internet-Verbindungen wären vorzuweisen, um von einer Aufwertung des Standortes zu sprechen.

3. Steuererhöhungen in Zeiten der Konjunkturschwäche sind das verkehrte Mittel. Es müssen privater Konsum und betriebliche Investitionen nicht erschwert, sondern unterstützt werden. Unternehmen brauchen gerade jetzt steuerliche Planungssicherheit. Deshalb werden wir keine Grund- und Gewerbesteuererhöhungen für Bürger und Betriebe unterstützen!

4. Thema Vereinsbeteiligung: Die CDU wird sich der Thematik sicherlich nicht in Zukunft verschließen – sicherlich gibt es Möglichkeiten, die Vereine entsprechend an den Energiekosten der gemeindeeigenen Gebäuden zu beteiligen – wie und in welcher Form – das muss erst noch in vielen Gesprächen mit den Dachverbänden (z. B. Gemeindesportverband) und den betroffenen Vereinen geklärt werden. Eigenleistungen der Vereine, Beteiligungen an Gemeindeveranstaltungen und die Jugendarbeit müssen bei den Überlegungen unbedingt berücksichtigt werden. Zum heutigen Zeitpunkt werden wir dem Vorschlag der Verwaltung nicht folgen!

5. Thema Nothaushalt: Auch auf die Gefahr hin, dass wir in den Nothaushalt geraten und uns von der Gemeindeprüfungsanstalt aus Herne unsere Vorgehensweise bestimmen lassen müssen – wir sind sicher, dass wir in Zukunft, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung, die Kostenschraube wieder nach unten drehen können – dazu gehören aber das Personalentwicklungskonzept und die schon seit längerer Zeit geforderten Schulentwicklungszahlen auf den Tisch. Die Dienstleistungen der Verwaltung müssen wir uns auch kritisch unter die Lupe nehmen. Sicherlich muss in diesem Bereich auch in Zukunft einiges ändern.

Kinderferienspiele und Seniorenfeiern wird es, unserer Meinung nach, auch in Zukunft geben. Die Sponsoren der Veranstaltungen sind die Betriebe und Privatleute – sie allein gewähren die Durchführbarkeit seit Jahren.  

Außerdem können wir uns eine Bürgerbeteiligung an den Sparmaßnahmen in Erndtebrück vorstellen – ähnlich wie es schon in anderen Kommunen praktiziert wird. Neue Ideen und Sparvorschläge können uns helfen. Wir müssen nur die Bürger mit ins Boot bekommen und dann alle an einem Strang ziehen!

Wir, die CDU Erndtebrück lehnen aus den oben angesprochenen Gründen den Nachtragshaushalt ab! 

Ihr

Carsten Dreisbach

CDU-Fraktionsvorsitzender
Erndtebrück, 23. Juni 2010